Nachhaltige Aufbereitungstechnologien zur Abwasserreinigung & -wiedernutzung auf Kreuzfahrtschiffen

 

 

 

 

 

 

Kurzbericht NAUTEK Workshop 10. Mai 2016

Am 10. Mai 2016 fand im Gebäude der Tutech Innovation in Hamburg der Abschlussworkshop zum Verbundvorhaben NAUTEK statt. Zwei Monate vor Ende des F&E-Vorhabens wurden die Projektergebnisse einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Neben Repräsentanten aus Wissenschaft und Industrie waren unter anderem folgende Institutionen auf dem Workshop vertreten:

  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
  • Kreuzfahrtverband CLIA
  • Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
  • Deutsches Institut für Normung e. V.
  • AIDA Cruises
  • Meyer Werft
  • Rostock Port
  • Projektträger Jülich
  • Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr)
  • Behörde für Umwelt und Energie Hamburg
  • Innovations- und Bildungszentrum Hohen Luckow e.V.

Die Ergebnisse aus dem Vorhaben NAUTEK waren Ausgangspunkte für weitergehende Diskussionen. Der gegenseitige Austausch machte sehr deutlich, wo die aktuellen Herausforderungen bei der Umsetzung eines verbesserten maritimen Umweltschutzes liegen. So rückten folgende Themen und Fragestellungen während der Debatten in den Mittelpunkt:

  • Welche Ansätze bestehen, die Auslegung von Schiffsabwasserreinigungsanlagen zu verbessern?
  • Welche Optionen existieren zur Integration einer zuverlässigen Stickstoffelimination in Abwasserreinigungssysteme?
  • Welche Lösungen bezüglich der Entsorgung von organischen Reststoffen (Klärschlamm, Nassmüll) sind vorzugswürdig?
  • Welche Weichenstellung müssen jetzt für ein nachhaltiges Abwassermanagement an Bord vorgenommen werden?

Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass die mit dem Umweltschutz verbundenen Aufgaben an Bord immer komplexer werden. Technologisch ist dabei alles möglich. Dennoch müssen die technologischen Lösungen an Bord auch anwendbar bzw. dauerhaft erfolgreich umsetzbar sein. Hier kommen mit Blick auf die Kreuzfahrtindustrie zahlreiche schiffs- bzw. branchenspezifische Faktoren ins Spiel. So entscheiden nüchterne Kosten-Nutzen-Abwägungen darüber, welche Entsorgungsleistungen an Bord und welche über Annahmeeinrichtungen in Häfen erbracht werden.


Vorhabensbeschreibung

Zentrales Ziel des NAUTEK Verbundvorhabens ist es, ein umfassendes und innovatives Abwasser(wiedernutzungs)konzept für Kreuzfahrtschiffe zu entwickeln und hierfür geeignete Technologien zu erproben und zu etablieren. Das Vorhaben wird durch ein schla

gkräftiges Konsortium durchgeführt, das sich aus Forschungseinrichtungen und Firmen zusammensetzt. Zusätzlich wird der Verbund durch mehrere renommierte „Assoziierte Partner“ aus der Industrie und Normung unterstützt. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programmes „Maritime Technologien der nächsten Generation“ für eine Projektlaufzeit von 3 Jahren gefördert.

Abwasseraufbereitung auf Kreuzfahrtschiffen

Derzeitig sind weltweit rund 300 Kreuzfahrtschiffe mit einer Kapazität von knapp 400.000 Betten unterwegs. Da die Kreuzfahrtindustrie hohe Wachstumsraten aufweist, nimmt auch die Umweltrelevanz dieser Branche stetig zu. Auf den schwimmenden Hotels werden große Mengen Schwarz- und Grauwasser produziert. Allein das Schwarzwasser zählt dabei offiziell als behandlungsbedürftiges Abwasser, ungeachtet dessen, dass auch Grauwasser maßgebliche Abwassermengen und Verschmutzungsgrade aufweist. Das insgesamt sehr hohe passagierspezifische Abwasseraufkommen auf Kreuzfahrtschiffen macht den Schifffahrtsbereich "Abwasser" zu einer maßgeblichen Emissionsquelle von Nähr- und Schadstoffen in der maritimen Umwelt.Die zur Zeit am Markt erhältlichen Advanced Waste Water Treatment Systems zur Aufbereitung von Abwässern auf Kreuzfahrtschiffen erzielen in der Regel durch den Einsatz von Mikroorganismen in der biologischen Reinigung nur eine partielle bzw. begrenzte Nährstoffelimination. Durch die Ausweisung von Sondergebieten durch die MARPOL für besonders schützenswerte Seeregionen (vgl. MEPC.227(64)), rücken aber insbesondere die Elimination von Stickstoff und Phosphor in den Vordergrund. Es besteht dringender Handlungsbedarf, die Systeme der Abwasseraufbereitung weiterzuentwickeln, um zukünftigen, verschärften Umweltvorschriften entsprechen zu können.Angesichts strikteren Anforderungen für einen verbesserten Schutz der Meere, insbesondere hinsichtlich Stickstoff- und Phosphoremissionen, aber auch unter Berücksichtigung neuer abwasserbezogener Stoffproblematiken (wie Arzneimittelrückstände, Körperpflegeprodukte und Reinigungschemikalien) wird mit der Erprobung von Technologien ein maßgeblicher deutscher Beitrag zur Steigerung der Umweltverträglichkeit von Kreuzfahrtschiffen geleistet.

   

 

 
   
       

 

 

 

 

 

 

 

 

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